Die Rolle meiner Ahninnen auf meinem Weg zur Visionsmanufaktur und Künstlerin

Gibt es in Ihrem Leben AhnenInnen, die Sie geprägt haben?
So geprägt haben, dass Sie fühlen, in Ihnen lebt etwas von ihnen weiter?

Mir wurde es diese Tage erst wieder bewusst. Bei mir ist es meine Großmutter. 

 

Meine Grossmutter und ich waren ein super Team. Wir hatten eine Seelenverbindung.

Als ich geboren wurde, sind meine Eltern in ihr selbst gebautes Haus umgezogen. Da gab es viel zu tun. Und ich verbrachte in den ersten Wochen viel Zeit mit meiner Grossmutter. Sie war bei uns zu Hause.

Meine beiden Großväter waren leider schon verstorben. Und meine andere Grossmutter, erst 56 Jahre alt, war sehr krank und ist verstorben, als ich ein Jahr alt war. Ihr Wunsch war, dass ich Heike heiße. Er wurde ihr erfüllt.

Wie meine Oma am Sterbebett ihrer Mutter zum Nähen kam.

1918 war meine Urgrossmutter, die Mutter meiner Oma, nach einer Geburt sehr krank. Ihre Tage waren gezählt. Sie war erst 39 Jahre alt. Sie ließ daher all ihr sieben Kinder an ihr Sterbebett kommen. Und jedes Kind bekam eine Aufgabe, damit es gut weitergehen sollte, wenn sie nicht mehr da ist.

Zu meiner Oma, die damals erst sieben Jahre alt war, sagte sie: „Schaue, dass die Familie immer Kleidung hat.“ Diesem Ruf ist meine Oma gefolgt. Im Alter von 14 Jahren begann sie zu nähen.

Das letzte Kostüm nähte sie für mich im Alter von 90 Jahren im Jahr 2000. Wir alle wussten: Wenn sie aufhört zu nähen, sind ihre Jahre gezählt.

Meine Grossmutter war eine leidenschaftliche Schneiderin.

Meine Grossmutter war eine leidenschaftliche und extrem talentierte Schneiderin. Ungenauigkeiten beim Nähen konnte sie nicht ertragen. Sie trennte mit der Hand alles wieder auf. Und es wurde neu genäht.

Egal, was wir uns wünschten, sie ließ es Wirklichkeit werden: Kleidung, Puppen, Kissen, Vorhänge, Tischdecken, Karnevalskostüme. Alles, was das Herz begehrt.

Und kein Schwierigkeitsgrad war für sie zu hoch. Wenn ich etwas in einem Schaufenster gesehen habe, bis hin zu Chanel, brauchte ich es ihr nur zu zeigen. Und sie legte los. Mit Bravour.

Sie sagte von sich: „Ich bin eine Künstlerin.“

Sie lebte fürs Nähen. Sie sagte von sich: „Ich bin eine Künstlerin.“ Und das war ihr Leben. Sie lebte auch das vor allem damals übliche Rollenbild der Hausfrau nicht. Laut Erzählungen meiner Mutter packte mein Opa, der in einem Hüttenwerk arbeitete, immer mit an.

Ich genoss meine Ferien bei meiner Oma immer sehr.

Ich freute mich immer auf meine Ferien bei meiner Oma. Auch während meiner Ferien nähte sie weiter. Ich nahm mir immer etwas zum Spielen mit. Ich lernte früh, mich mit mir selbst zu beschäftigen. Jede von uns machte so ihres, und doch waren wir zusammen.

Ich liebte Musik und Hörspiele. Und im Hintergrund ratterte die Nähmaschine.

Wir gingen spazieren, spielten abends Gesellschaftsspiele. Puzzeln, auch das war manchmal mit dabei. Wenn wir zusammen fernsahen, standen immer Kekse auf dem Tisch.

Und als ich schon in jugendlichem Jahren war, gab es zu besonderen Anlässen in einem Miniglas einen kleinen Schluck Wein für mich.

Zum Nähen fehlte mir einfach die Geduld.

Als ich älter wurde, wollte auch ich probieren, etwas zu nähen. Ein wenig gelang es mir. Sie schenkte mir auch eine Nähmaschine. Diese habe ich heute noch. Aber sie hatte recht: ich habe zu viel „gepuuutzt“. Das bedeutete, ich nähte nicht genau genug. Sie meinte: „Heike, Du hast dafür keine Geduld.“ Und sie hatte recht.

Ich habe ein paar Grundgriffe gelernt. Doch eine Karriere in der Modebranche sollte es nicht werden.

Meine Grossmutter war gutmütig und grosszügig beim Schneidern. Viele Menschen gingen bei ihr ein und aus. Vielen Menschen hat sie wunderbare Stücke genäht, vor allem uns. Ich habe heute noch Kleidungsstücke, die sie genäht hat. Alles hatte Qualität.

Wir hatten unsere Rituale und Geheimnisse.

Abends vor dem Einschlafen gab es Rituale. Im Winter wartete die Heizdecke auf uns. Es gab im ersten Stock, wo die Schlafzimmer waren, keine Heizung. Meine Oma las ihre Romane, und ich tauchte in meine Bücher ein.

Und dann gab es etwas, da schlagen sich viele Eltern die Hände über dem Kopf zusammen: ein Stück Schokolade nach dem Zähneputzen. Das war schon eine Zeremonie, und ein Geheimnis. 🙂 Meine Zähne haben alles bestens überlebt. Sicher, weil sie so köstlich, und weil es so besonders war.

In ihrem Nachtkästchen hatte meine Oma immer ihre Gebetsbücher, Andenken oder Briefe, die ich ihr geschrieben hatte. Es war liebevoll genannt: Ein Nachttischchen voller SchutzhelferInnen, damit die Dämonen von uns fern blieben.

Wir haben viele Gemeinsamkeiten, vor allem, dass wir tun, was wir lieben.

Wenn ich heute so in meine Schublade des Nachtkästchens einen Blick hineinwerfe, dann denke ich mir, irgendetwas habe ich bei meiner Oma abgeschaut. Die Schokolade fehlt. Aber ansonsten gibt es Ähnlichkeiten.

Wenn ich so an meinen heutigen Arbeitsalltag denke, dann spüre ich, dass auch dieser meiner Oma etwas ähnelt. Und wenn ich male oder etwas kreiere, habe ich wie meine Oma das Gefühl, ich bin in eine andere Welt eingetaucht. Und es gibt nur noch das, was ich gerade am Erschaffen bin.

Und das erfüllt mich. Das gibt mir Sinn. Und oft freut es mich so sehr, dass ich meine Freude gleich mit anderen teilen möchte.

 

Meine Oma hat auch mein Rollenbild von Frauen sehr geprägt.

Eine Hausfrau war ich auch noch nie. Und werde es wohl auch nie mehr in diesem Leben werden. Mich bitte nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen Hausfrauen. Im Gegenteil, wenn es jemand liebt, die Hausarbeit zu machen oder zu bügeln, ob Mann oder Frau, dann ist das wunderbar.

Denn ich stehe dafür auf, dass wir das tun, was wir lieben. Nur dann (er)strahlen wir.

Doch mir war als Kind schon klar, das der Haushalt nie mein „Alleinherrscherinnen Reich“ werden wird. Und bisher bin ich auch nie in die Verlegenheit gekommen. Die Männer haben in meinem Leben immer angepackt, und wo es ging, wurde externe Unterstützung hinzugezogen.

Und ich glaube auch, dass mich da meine Oma sehr geprägt hat. Ich bin bei ihr gar nicht mit dem Mindset aufgewachsen, dass Hausarbeit bei den Frauen angesiedelt ist.

 

Während meiner Krise vor 14 Jahren flüsterte sie mir von oben zu: Folge Deinem Herzen. Es kennt den Weg.

Als meine Oma 2006 im Alter von fast 95 Jahren verstarb, war das sehr schmerzhaft für mich und ein grosser Verlust. Während meiner privaten und beruflichen Krise vor 14 Jahren ist sie mir oft während meiner Coaching Ausbildung in der Hypnotherapie erschienen und hat mir geholfen, meinen neuen Weg zu finden, hin zu meiner Visionsmanufaktur.

Ihre Kernbotschaft, die ich erhalten habe, war: Folge Deinem Herzen. Es kennt den Weg. Und das schlug klar für meine Selbständigkeit, und dass ich anderen Menschen helfen wollte, ihren Leitstern, ihre Berufung und ihre Herzensvisionen zu finden.

Auch jetzt bei meiner künstlerischen Tätigkeit fühle ich mich sehr verbunden mit ihr.

Und jetzt ist meine Oma wieder gefühlt so präsent für mich. Und ich spüre, je mehr ich mich meinem künstlerischen und kreativen Dasein öffne, umso mehr lebt auch ein Teil von ihr in mir weiter. Und das fühlt sich so angekommen an. Auch so verbunden mit der kleinen Heike, die sich damals so wohl gefühlt und so viel abgeschaut hat.

Vielleicht wird auch die Nähmaschine nochmals ausgepackt, um zB. Stoffe in meine Bilder zu integrieren. Soweit bin ich noch nicht. Doch ich bin sicher, auch sie wird ihren Platz finden. Vielleicht muss ich da noch ein paar Lektionen in Geduld vorher durchlaufen.

Oder vielleicht werde ich Stoffe und Kleidung mit meiner Kunst bedrucken. Wer weiss.

Jedenfalls hat mich das Leben wieder überrascht, dass ich sie 16 Jahre nach ihrem Tod so nah mit ihrer Lebensweise und ihrer Berufung als Künstlerin in mir spüre.

Und wer weiss, was mit unserem künstlerischen Ausdruck passiert wäre, wenn meine Urgrossmutter ihr nicht den Auftrag gegeben hätte.

Und gehe ich noch eine Generation zurück, danke ich auch meiner Urgroßmutter, vor allem für Ihren Mut und Ihre Liebe zum Leben. Eine Geburt ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein Moment, in dem die Frau auch ihr Leben riskiert. Zu oft wird das vergessen.

Meine Urgrossmutter hat dieses Risiko oft auf sich genommen bei sieben Kindern, und das noch in Kriegszeiten, wo viele die Hoffnung verlieren.

Ohne Ihre Risikobereitschaft, Ihren Mut und Ihre Liebe, würde es mich nicht geben. Und ich würde heute nicht diesen Artikel schreiben.

Ich hoffe, sie schaut vom Himmel herunter und freut sich, dass die Worte an meine Grossmutter an ihrem Sterbebett auch in mir und meinem täglichen kreativen und künstlerischen Tun und Sein weiterleben.

Ich danke von Herzen, meiner Mutter, meiner Grossmutter und meiner Urgrossmutter – für mein Leben. Am Sterbebett meiner Mutter habe ich ihr versprochen, dass ich das Beste daraus machen und meinem Herzen bei allem folgen werde.

Zum Tiefer-Eintauchen:

  • Gibt es einen Ahnen oder eine Ahnin, die Sie wesentlich in Ihrer Berufung oder Ihrem Leben geprägt hat?
  • Und wenn ja, wer war das und inwiefern hat er/sie Sie geprägt?
  • Was würde Ihnen heute diese Person sagen, wenn sie Sie sieht?
  • In welchen Bereich in Ihrem Leben könnten Sie ihre/seine Inspirationen und Gedanken, die Ihnen gut getan haben, noch mehr leben?
  • Was können Sie davon in den nächsten zwei Wochen bereits umsetzen?

Wenn Sie in einer Sitzung (online | offline) die Fragen mit mir durchgehen und in das Thema „Ahnenarbeit“ tiefer eintauchen möchten, schreiben Sie mir eine E-Mail an: office@visionsmanufaktur.com

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Herzliche Grüße!

Heike Kolles

VisionsCoach | Künstlerin | Creativpreneur

Diplomkauffrau & Diplome de Grande Ecole de Commerce der ESCP Business School (Paris – Oxford – Berlin) | zertifizierter NLP & lösungsorientierter Coach & Trainer (Trinergy) | zertifizierter Karriere Coach (Martin Wehrle) | zertifizierter spiritueller BewusstseinsCoach (Elevation – Bahar Yilmaz & Jeffrey Kastenmüller) | Chakradance Facilitator (Natalie Southgate) | Sound Healing Facilitator (Suyana Luz) | registrierte Unternehmensberaterin (Wirtschaftskammer Wien)

Coaching Sprachen: Deutsch | Englisch | Französisch | Italienisch

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2024-05-07T12:14:29+02:00

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